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Fragen an eine Influencer Agentur – Vol. 1

Deine Frage. Unsere Antwort.

Episode 1

Wir starten unsere Serie „Fragen an eine Influencer Agentur“. In regelmäßigen Abständen beantworten wir Fragen, die User auf Twitter, Instagram, Mail oder hier im Blog uns stellen.

In unserer ersten Episode stammt die Frage von nur einem User, der uns die Frage auf Twitter zugesendet hat.

@FeedusZ

Unter welchen Kriterien baut Ihr eine Connection zwischen Influencer und potentiellen Kunden auf?

Je nach Ziel der Influencer Kampagne sehen wir uns unterschiedliche Kennzahlen und Merkmale an. Ist ein Influencer in mehr als nur einem Social Network aktiv, spielen hier natürlich ein paar mehr Faktoren eine wichtige Rolle. Es ist also nicht ganz einfach, diese Frage pauschal zu beantworten. Unsere Recherche ist gegliedert in zwei Kernbereiche. Die qualitative und quantitative Analyse.

Qualitative Analyse

Sprachstil & Schrift

Uns interessiert, wie der Content Creator schreibt und spricht. In einer Zusammenarbeit schlüpft er in die Rolle eines Botschafters. Er verkündet seinem Publikum, was die Vorteile von Produkt XY sind und warum es genau das richtige Produkt für sie ist. Aber als Gegenbeispiel Shroud. Er ist in nahezu jedem Egoshooter gut. Wenn es sich also um ein Gaming Placement handelt, muss Shroud nicht sonderlich gut in diesem Merkmal sein.

Erscheinungsbild

Wir schauen uns ganz genau an, wie der Influencer in seinen Social Media Profilen auftritt. Dabei achten wir beispielsweise auf seine Instagram Bio oder Twitch Description und überprüfen, ob diese eher unseriös wirkt oder man eine gewisse Professionalität und Ernsthaftigkeit verspürt. Ist es ein etwas größerer Content Creator, durchstöbern wir das Internet auch mal gerne und stoßen hier und da auf alte Videos und Interviews. Wenn wir einem Kunden einen Influencer vorschlagen, müssen wir diesen kennen! Wir können einer Marke nicht sagen „Hey, hier, der passt, weil der ist in dem Bereich XY unterwegs.“. Wir fühlen uns ferner dafür verantwortlich, mit gutem Gewissen den richtigen Creator zu empfehlen.

Fachkompetenz & Leidenschaft

Ein ganz wichtiger Punkt. Hüpft der Influencer auf jeden Trend oder hat er sich auf mindestens ein Themengebiet spezialisiert? Ist ein Content Creator auf das passende Thema spezialisiert, ist er erst so richtig relevant. Letztendlich hat sich jeder auf mindestens eine Kategorie spezialisiert und dort weiterentwickelt. Das ist der wesentliche Vorteil von Influencern. Ein „Experte“ vermittelt Wissen und Ratschläge an seine Follower. Du kannst kein Experte in jedem Bereich sein. Falls ja, schreib uns!

Relevanz

Ziel von Influencer Marketing ist es, einer Marke die Wertigkeit zu verleihen. Die Relevanz eines Influencers fördert den Vertrauensaufbau. Je höher diese Kennzahl ist, desto stabiler ist die Brücke zwischen Brand & Zielgruppe. Metaphorisch wäre der Influencer also der Brückenpfeiler. Man muss dabei beachten, dass Influencer im Wesentlichen eine eigene Marke sind. Sie nehmen eine eigene Haltung ein und äußern sich zu bestimmten Themen und wirken vertrauenswürdig auf ihre Community ein.

Interesse an Brands

Ob ein Influencer mit Firmen zusammenarbeitet oder nicht, ist ein entscheidendes Merkmal, um den richtigen Influencer zu finden. Alle guten Kennzahlen bringen nichts, wenn der Content Creator jede Werbemaßnahme ausschlägt.

Quantitative Analyse

Verhältnis Follower vs. Following

Wie ist die Verteilung? Wenn der Creator beispielsweise 1000 Follower hat, aber 1500 Benutzern folgt, könnte das ein Anzeichen dafür sein, dass hier etwas nicht stimmt. Je mehr Usern der Account folgt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Influencer das „Follow-4-Follow“ Prinzip anwendet. Seine Reichweite ist also nicht aus Interesse am Content seitens des Followers entstanden, sondern mehr oder weniger „künstlich“. So arbeiten auch gerne Bots.

Kommentare pro Post

Ein Indiz, wie aktiv die Community des Accounts ist. Je mehr kommentiert wird, desto höher ist die Engagement-Rate des Posts. Die Anzahl der Kommentare ist auch ein Merkmal der Relevanz. Daran erkennt man, ob Content veröffentlicht wird, der zur Community passt.

Aktivitätsfrequenz

Ein wichtiger Punkt in der Werbestrategie ist, in welcher Frequenz wir die Zielgruppe erreichen können. Meist arbeiten wir mit mehreren Influencern gleichzeitig für eine Kampagne zusammen. Hier ist das Timing wichtig für die Gesamtwirkung. Die Aktivität des Creators sollte auch hier stimmig sein.

Reichweite

Ob 1.000, 10.000 oder 100.000 Follower. Ja, die Anzahl an Followern ist ein Kriterium. Aber wie man nun feststellen konnte, nicht die wichtigste. Unterteilt werden Influencer anhand ihrer Followerzahl in Nano- , Micro-, Macro-. Star- und Mega-Influencer. Jeder Influencer-Typ hat hierbei besondere Vor- und Nachtteile. Hierzu aber in einem gesonderten Beitrag später mehr. Wir zählen auch den Indikator „Viewtime“ zur Reichweite. Bei medialen Inhalten, wie Bewegtbild, bietet sich als aussagekräftige Kennzahl die Länge der Zeit an, die alle Nutzer gemeinsam aufgewendet haben, den Stream oder das Video zu sehen.

Engagement Rate

Für uns der schnellste Weg herauszufinden, ob ein Influencer in die engere Auswahl aufgenommen werden sollte. Hierbei achten wir nicht auf die letzten paar Posts sondern schauen uns gerne eine große Zeitspanne genauer an. Die Engagement Rate sagt aus, ob jemand seine Fans erreicht und zu Likes und Kommentaren animieren kann. Beispielsweise stoßen wir auf ein Kanal mit Tausenden von Followern, die jedoch nur über eine sehr geringe Interaktionsrate verfügen. Dies weist auf eine mangelnde Affinität und Verbindung zwischen den Followern und dem Content Creator hin. Wir verwenden für die Berechnung der Engagement Rate die einfache Formel (( Likes + Kommentare ) / Follower) x 100. Je nach Content, Plattform und Topic haben wir diese erweitert und können noch genauer das Engagement berechnen. Bleibt aber geheim. 🙂

Fazit

Wie du merkst, ist das Ganze nicht so einfach zu beantworten. Zu den obenstehenden Kriterien gehören noch zahlreiche weitere wichtige Merkmale. Wir denken aber die wesentliche wichtigsten Indikator genannt zu haben. Wer jetzt noch mehr wissen möchte, muss zahlen. Fertig.

Stell uns deine Fragen!

Folge uns auf Twitter und sende uns deine Fragen zu. Vielleicht erhälst du die Antwort schon in der nächsten Episode.

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